Chronik Bordesholm II

Chronik der Gemeinde Bordesholm von 1944 – 2017

Die Chronik der Gemeinde Bordesholm beginnt eigentlich erst ab 1944. Aber schon 1943 kamen aus Kiel neuapostolische Geschwister infolge von Kriegseinwirkungen. Nach und nach kamen  durch die Kriegswirren immer mehr Geschwister in Bordesholm an. Langsam entwickelte sich das Gemeindeleben und wenig später wurde auch eine Unterkunft gefunden, wo man regelmäßig Gottesdienste abhalten konnte.

Die Gemeinde vergrößerte sich im Laufe der fünfziger Jahre auf ca. 90 Mitglieder. Infolge des großen Arbeitsmangels verlor die Gemeinde aber wieder etliche der hier ansässigen Familien.

Nach Kriegsende von 1945 - 1949 und von 1956 – 1957 ist die Gemeinde von Priestern und späteren Hirten Willi Hagemann aus Neumünster und 5 Priestern aus Kiel und Neumünster betreut worden. Seit 1949 bis heute ist die Gemeinde von insgesamt 11 Vorstehern und Betreuern geleitet worden. Zum heutigen Gemeindegebiet zählen Bordesholm und Nortorf, sowie die kommunalen Gemeinden des Amtsbereiches Bordesholm und Nortorf-Land und sogar ein Teil aus dem Norden von Neumünster.

Unter der Leitung des ehemaligen Gemeindevorstehers, Hirte Joachim Albrecht, sind seit 2003 die Gemeinden Bordesholm und Nortorf zusammengelegt worden. 

Ein bedeutendes Ereignis war bislang der Bau der ersten, eigenen Kirche in der Holstenstraße 27. Sie wurde am 25. März 1961 durch den Bischof Wilhelm Richter aus Hamburg eingeweiht.

Mit dem Beginn des Baues einer neuen Kirche im März 2003 begann nun ein neuer wichtiger Abschnitt in der Entwicklung unserer damals 60 Jahre alten Gemeinde im Mai 2003. Der Neubau entspricht allen Anforderungen an ein zeitgemäßes Gemeindeleben. Die Einweihung der neuen Kirche erfolgte am 25. November 2003 durch Bischof Arvid Beckmann aus Neumünster.

Von 2003 bis in die heutige Zeit ist die Gemeinde mit den Nortorfer Geschwistern unauflösbar zusammengewachsen. Mehrere Ereignisse, in Form von Besuchen der Bezirksapostel und Apostel, Gottesdienst-Übertragungen mit dem Stammapostel (Kirchenoberhaupt der Neuapostolischen Kirche) per Satellit, Open Air Gottesdienste, verschiedene Veranstaltungen wie Tag der offenen Tür mit Workshop, Spendenaufrufe für die Bordesholmer Tafel und andere soziale Einrichtungen, Gemeindeausflüge, prägen den inneren Zusammenhalt der Gemeindemitglieder.

Zur Zeit besteht die Gemeinde aus 173 Mitglieder, die vom Vorsteher Priester Thorsten Walter, geleitet wird. Ihm zur Seite stehen weitere 9 Amtsträger,  3 Priester und 6 Diakone.

Am 01. Oktober 2019 feiert die Gemeinde ihr fünfundsiebzigjähriges Bestehen.

Hiermit danke ich allen Geschwistern, die an der Chronik mit privaten Fotos und Schriften, die sie mir zur Verfügung stellten, mitgewirkt haben. Auch durch intensive Gespräche mit Geschwistern - sogar aus dem Ausland - wurde viel für diese Chronik beigetragen.

Erhard Binder,

Anfänge

Infolge der Kriegseinwirkungen wurden 1943 mehrere neuapostolische Familien gezwungen ihren Kieler Wohnort zu verlassen. Sie fanden in Bordesholm eine neue Heimat.

Die seelsorgerische Betreuung gestaltete sich zunächst schwierig. Gottesdienste der Neuapostolischen Kirche fanden damals nur in Kiel und Neumünster statt. Der erste Gottesdienst fand im Frühjahr 1944 im Grotenkamp 2 statt. Erst im Herbst 1944 konnten regelmäßige Gottesdienste, unter einfachen Verhältnissen, in der Wohnung der neuapostolischen Familie Höhn, im Willenbrook 1 abgehalten werden.

Als dann nach Kriegsende etliche Flüchtlingsfamilien im Ort ansässig wurden, fanden alle 14 Tage Gottesdienste in Bordesholm statt. Die Kirchenverwaltung mietete daher einen Raum in der damaligen Grund- und Hauptschule - heutige Realschule - (die jetzige Hans-Brüggemann-Schule) an.

Die seelsorgerische Betreuung gestaltete sich zunächst schwierig. Gottesdienste der Neuapostolischen Kirche fanden damals nur in Kiel und Neumünster statt. Der erste Gottesdienst fand im Frühjahr 1944 im Grotenkamp 2 statt. Erst im Herbst 1944 konnten regelmäßige Gottesdienste, unter einfachen Verhältnissen, in der Wohnung der neuapostolischen Familie Höhn, Willenbrook 1, abgehalten werden.

 

1944 - 1950

1944

Zuzug (Evakuierung) von Geschwister Stolle aus Kiel (schon 1943) und von Geschwister Höhn, auch aus Kiel (Luftangriffe). 

Im Frühjahr fand der erster Gottesdienst (GD) durch Priester Tolkstorf, Vorsteher der Gemeinde Kiel-Gaarden, in Bordesholm statt. Die Familie wohnte in Willenbrook 1. Er war zu Besuch bei seiner Tochter, Schwester Höhn. Ab Herbst wurden dann regelmäßig GD durchgeführt.

1945

Priester Will aus Meimersdorf (Vorort von Kiel) wurde durch den Bezirksältesten Johannes Drenkhahn gebeten die Gemeinde zu betreuen. Die Geschwister kamen alle aus Kiel. Nun fanden alle 14 Tage regelmäßig GD weiter in Willenbrook 1 statt. Zur Unterstützung für die Gemeinde sind die Kieler Priestern Menzel und Sprenger dazu gekommen.

Weitere Geschwister aus Ostpreußen und Pommern folgten, z.B. Bähr, Berger, Dennis, Düsterhöft, Kloth, Kohlhase, Krause, Reddig, Schmidt und Schwarz.

1946

Anmietung eines Raumes in der Holstenschule in der Holstenstraße. Hier fanden nun regelmäßig GD statt.

Priester Walter Nörenberg aus Neumünster, betreut jetzt als Vorsteher die Gemeinde bis 1949.

1948

Ab diese Jahr wurde ein Kirchenbuch geführt.

Die Gemeinde zählt jetzt 67 Mitglieder. 13 Seelen wurden durch Bezirksapostel Karl Weinmann versiegelt.

1949

19. Juni: Ordination durch Bezirksapostel Karl Weinmann von Diakon Adolf Schwarz in das Priesteramt und hat zugleich die Aufgabe als Vorsteher erhalten.

Erster Vorsteher der Gemeinde Bordesholm, Priester Fritz Will von 1945 - 1946 aus Meimersdorf (bei Kiel). Erster Vorsteher der Gemeinde Bordesholm, Priester Fritz Will von 1945 - 1946 aus Meimersdorf (bei Kiel).